KI-Sichtbarkeit

ChatGPT Quellen bei Firmenempfehlungen: Was OpenAI sagt und was Messungen zeigen

Von Christoph Harrison · Stand 30.09.2026 · 10 Minuten Lesezeit

Wir haben ChatGPT 12 Fragen gestellt, wie Kunden einer Tischlerei im Burgenland sie tippen. In 6 der 12 Antworten stand WKO Firmen A bis Z unter den Quellen, in 4 Herold. Was OpenAI zu diesen Quellen dokumentiert, was 3 Messungen zeigen und wie Sie die Quellen Ihrer Branche selbst prüfen, folgt hier Schritt für Schritt.

Ihre Kunden fragen ChatGPT nach einem Anbieter und bekommen eine kurze Auswahl, oft mit Links darunter. Diese Links zeigen, auf welche Websites sich ChatGPT für die Antwort stützt. Für Ihr Unternehmen ist das ein Blick in die Vorauswahl: Steht dort ein Verzeichnis, Ihre eigene Website oder die eines Mitbewerbers? Als Quelle gilt hier jede Seite, die ChatGPT in oder unter der Antwort verlinkt. Wie wir die Sichtbarkeit in KI-Antworten messen und aufbauen, steht auf der Leistungsseite.

ChatGPT nutzt Trainingsdaten und die Websuche

ChatGPT antwortet aus 2 Quellen: aus dem, was das Modell im Training gelernt hat, und aus Webseiten, die es bei Bedarf abruft. Laut OpenAI stammen die Trainingsdaten aus 3 Hauptquellen: aus öffentlich im Internet verfügbaren Informationen, aus Informationen von Partnern und aus Informationen, die Nutzer, menschliche Trainer und Forscher liefern. Ob Ihre Inhalte ins Training einfließen dürfen, legen Sie in der robots.txt Ihrer Website fest, mit einer Regel für GPTBot, den Trainings-Crawler von OpenAI.

Die Websuche ist ein eigener Weg. Laut OpenAI sucht ChatGPT automatisch im Web, wenn eine Frage von aktuellen Informationen profitiert. Bei der Frage nach einem Betrieb in Ihrer Nähe nutzt ChatGPT laut OpenAI auch den ungefähren Standort, um örtliche Ergebnisse zu finden. Auf diesem Weg gelangen Websites, Verzeichnisse und Bewertungen in eine Antwort.

Nicht jede Antwort nutzt die Suche. In einer unserer Messungen stellte ChatGPT bei 3 von 12 knapp formulierten Fragen nur eine Rückfrage, ohne Websuche und ohne Quellen.

Vergleich in 2 Spalten: Trainingsdaten stammen laut OpenAI aus öffentlichen Webseiten, von Partnern und von Nutzern, Trainern und Forschern. Der Schalter in der robots.txt heißt GPTBot und bestimmt, ob Inhalte für das Training genutzt werden dürfen. Die Websuche ruft Webseiten bei Bedarf ab. Ihr Schalter heißt OAI-SearchBot. Gesperrte Websites erscheinen nicht in den Antworten der ChatGPT-Suche, höchstens als bloßer Link.VERGLEICH2 Wege zu einer AntwortTrainingsdatenWebsucheHerkunftÖffentlicheWebseiten, Partner,Nutzer und TrainerHerkunftWebseiten, dieChatGPT bei BedarfabruftSchalter in robots.txtGPTBotSchalter in robots.txtOAI-SearchBotWirkungTraining erlaubtoder nichtWirkungErscheinen in derChatGPT-Suche, sonsthöchstens alsbloßer LinkQuelle: OpenAI, Stand 09.2026
Trainingsdaten und Websuche im Vergleich, nach den Angaben von OpenAI.

So sehen Sie die Quellen einer Antwort, wie es die OpenAI-Hilfe zur Websuche beschreibt:

  1. Stellen Sie die Frage so, wie ein Kunde sie tippt: Leistung plus Ort, ohne Ihren Firmennamen.
  2. Öffnen Sie die Quellenlinks in der Antwort. Am Desktop zeigt eine Vorschau, worauf ein Zitat verweist. Wählen Sie „Quellen“, sofern angezeigt: Dort stehen die zitierten Quellen und weitere relevante Links.
  3. Notieren Sie die Domains und sortieren Sie sie: eigene Website, Verzeichnis, Bewertungsportal, Website eines Mitbewerbers.
  4. Wiederholen Sie die Frage an mehreren Tagen, denn die Antworten schwanken.

Laut OpenAI können Suchergebnisse und Quellenangaben unvollständig, veraltet oder falsch sein. Für lokale Angaben kann ChatGPT den Standort an vertrauenswürdige Drittanbieter geben, die zum Beispiel Firmeneinträge in der Nähe liefern. Wer das ist, nennt die Hilfe nicht. Auf iOS und Android können die Ergebnisse zusätzlich eine Karte enthalten.

In einer Tischlerei-Messung führten Verzeichnisse und Betriebswebsites die Quellen an

Wir haben am 28.09.2026 12 Kundenfragen zu einer Tischlerei im Burgenland an ChatGPT und an die KI-Suchmaschine Perplexity gestellt, mit Websuche und Standort Österreich. Das ergab 24 Antworten. Wir zählten, in wie vielen Antworten eine Domain in der Quellenliste stand, je Antwort einmal. Die Abfragen liefen über die Schnittstelle eines Datenanbieters, in der App kann ChatGPT anders antworten.

Herold stand in 12 Antworten, WKO Firmen A bis Z in 9, das Portal Wer liefert was (wlw.at und wlw.de) in 8, firmenABC in 6, gecheckt.at und BauCheck in je 5. Die Website des Betriebs kam auf 6, die Website eines Mitbewerbers auf 9. Die beiden Systeme setzen die Schwerpunkte verschieden.

Balkendiagramm zu einer Tischlerei im Burgenland, Messung vom 28.09.2026, je 12 Antworten von ChatGPT und Perplexity. Gezählt sind alle gelisteten Quellen, bei Perplexity auch solche ohne Fußnote im Antworttext. WKO Firmen A bis Z stand bei ChatGPT in 6 Antworten und bei Perplexity in 3, Herold in 4 und 8, Wer liefert was in 0 und 8, firmenABC in 1 und 5, die Website des Betriebs in 3 und 3.MESSUNGChatGPT und Perplexity: andere QuellenTischlerei, je 12 Antworten, alle gelisteten QuellenChatGPTPerplexityWKO Firmen A bis Z63Herold48Wer liefert was08firmenABC15Website des Betriebs33Quelle: eigene Messung 28.09.2026,je Antwort einmal gezählt.
Tischlerei im Burgenland: In wie vielen von je 12 Antworten stand die Domain in der Quellenliste, Messung vom 28.09.2026.

ChatGPT verlinkte 3 bis 8 Quellen je Antwort, zusammen 60 in 12 Antworten. Perplexity listete 15 bis 39 Quellen je Antwort. Die Liste von Perplexity enthält auch Seiten, die der Antworttext mit keiner Fußnote belegt. Zählt man dort nur die belegten Quellen, sinkt Herold über beide Systeme auf 8, firmenABC auf 3, BauCheck auf 3, Wer liefert was und gecheckt.at auf je 1. Die WKO bleibt bei 9 (eigene Nachzählung).

Wer liefert was, gecheckt.at und BauCheck standen nur in Antworten von Perplexity, meist in der Liste ohne Fußnote. In 14 der 24 Antworten stand mindestens eines der 3 Verzeichnisse Herold, WKO Firmen A bis Z und firmenABC, in den übrigen 10 keines davon. Bei der Frage nach einem guten Tischler im Ort empfahl ChatGPT zuerst einen Mitbewerber und belegte das mit dessen WKO-Eintrag. Den gemessenen Betrieb nannte es als weitere örtliche Möglichkeit, belegt mit einer Herold-Seite. In diesem Beispiel stützte ChatGPT beide Empfehlungen auf ein Verzeichnis, auch die für den Mitbewerber.

Das ist ein Betrieb, ein Tag und 12 Fragen. Ob ein vollständiger Eintrag dazu führt, dass ChatGPT einen Betrieb öfter empfiehlt, haben wir nicht gemessen.

Bei einer Agentur und einem IT-Betrieb sahen die Quellen anders aus

Dieselbe Methode ergab bei Lumen Media am 28.09.2026 ein anderes Bild. Bei 12 Fragen zu Agenturleistungen und 24 Antworten führten Websites von Agenturen die Quellenliste an: eine in 8 Antworten, eine weitere in 7. Herold stand in 6 Antworten, alle bei Perplexity, teils als Ratgeberartikel zu KI-Sichtbarkeit, teils als Verzeichnisseite. firmenABC kam in 3 Antworten vor, WKO Firmen A bis Z in 1. Die eigene Website lumenmedia.at stand in 5 Antworten, 2 davon bei der Kontrollfrage mit dem Firmennamen. Bei den 11 Fragen ohne Firmennamen waren es 3 von 22 Antworten, 2 bei ChatGPT und 1 bei Perplexity.

Bei Harrison Networks (31.08.2026, 5 Fragen an ChatGPT, Gemini und Perplexity) haben wir die Quellen nicht je Domain gezählt, sondern notiert. ChatGPT zog WKO Firmen A bis Z bei Burgenland-Anfragen mehrfach heran und empfahl daraus Mitbewerber. Bei der Frage nach einem Herstellerpartner standen die Partnerlisten des Herstellers und Firmen, die sich öffentlich als Partner darstellen. Bei der Frage nach einem IT-Dienstleister nannten die Systeme vor allem einen Anbieter mit eigenen Seiten zum Thema.

Bei 3 Betrieben standen 3 verschiedene Arten von Quellen vorn: Verzeichnisse und Betriebswebsites bei der Tischlerei, Agenturwebsites bei der Agentur, WKO Firmen A bis Z, Herstellerlisten und Anbieterseiten beim IT-Betrieb. Welche Quellen ChatGPT nutzt, hängt von der Frage ab.

Der Quellencheck für Ihr Unternehmen

Ihre Quellen sind die Seiten, die bei den Fragen Ihrer Kunden in der Antwort stehen. Das prüfen Sie ohne Agentur:

  1. Stellen Sie 10 bis 15 Kundenfragen und notieren Sie die Domains. Den Ablauf mit Fragenliste und Auswertungstabelle beschreibt ein eigener Ratgeber.
  2. Prüfen Sie jeden Verzeichniseintrag, der bei Ihren Fragen auftaucht: Name, Adresse, Telefonnummer und Leistungen sollten wie auf Ihrer Website lauten.
  3. Pflegen Sie Ihr Google-Unternehmensprofil nach den Schritten für das Profil aus einem eigenen Ratgeber.
  4. Lassen Sie in der robots.txt den OAI-SearchBot zu, den Suchcrawler von OpenAI, und fragen Sie Ihren Webhoster, ob er dessen Zugriffe durchlässt. Beides ist laut OpenAI Voraussetzung, damit Ihre Website in der ChatGPT-Suche erscheinen kann.
  5. Wenn Sie Google Analytics nutzen: Laut OpenAI-Hilfe für Publisher hängt ChatGPT an Verweise auf Ihre Website den Zusatz utm_source=chatgpt.com an. Daran sehen Sie, ob Besucher über ChatGPT kommen.
  6. Stellen Sie dieselben Fragen 4 bis 6 Wochen nach Ihren Änderungen erneut und vergleichen Sie die Quellen mit der ersten Runde.

Ob Ihr Betrieb mit gepflegten Einträgen in ChatGPT öfter gefunden wird, ist eine Arbeitshypothese aus unseren Messungen, bewiesen ist es nicht. Was 3 Messungen darüber zeigen, wann ChatGPT einen Betrieb empfiehlt, steht im Überblick zu Empfehlungen durch ChatGPT. Unterstützung lohnt sich, wenn Sie regelmäßig nachmessen und Inhalte zu vielen Leistungen aufbauen wollen.

Häufige Fragen zu den Quellen von ChatGPT

Welche Quellen nutzt ChatGPT für Firmenempfehlungen?
Das hängt von der Frage ab. Laut OpenAI sucht ChatGPT bei Bedarf im Web und kann die genutzten Seiten verlinken. In unserer Tischlerei-Messung standen Verzeichnisse wie WKO Firmen A bis Z und Herold sowie Betriebswebsites in der Quellenliste. Bei einer Agentur waren es vor allem Websites von Agenturen. Das sind Stichproben aus wenigen Betrieben, keine allgemeine Regel.
Woher hat ChatGPT sein Wissen?
Laut OpenAI stammen die Trainingsdaten aus 3 Hauptquellen: aus öffentlich im Internet verfügbaren Informationen, aus Informationen von Partnern und aus Informationen, die Nutzer, Trainer und Forscher bereitstellen. Für aktuelle Informationen kann ChatGPT zusätzlich im Web suchen. Welche Seiten es dabei abruft, zeigen die Quellenlinks der Antwort.
Kann ich mich auf die Quellenangaben von ChatGPT verlassen?
Nur nach Prüfung. OpenAI schreibt selbst, dass Suchergebnisse und Quellenangaben unvollständig, veraltet oder falsch sein können. Die Hilfe empfiehlt, die verlinkte Quelle zu öffnen und zu prüfen, ob sie die Antwort stützt. Bei Angaben zu Ihrem Unternehmen lohnt das besonders: In einer unserer Messungen zitierte ChatGPT eine veraltete Unterseite unserer eigenen Website, deren Angaben nicht mehr stimmten.
Kann ich beeinflussen, ob meine Website als Quelle erscheint?
Zum Teil. Sperrt die robots.txt Ihrer Website den Suchcrawler OAI-SearchBot, erscheint sie laut OpenAI nicht in den Antworten der ChatGPT-Suche, höchstens als bloßer Link. Außerdem darf Ihr Webhoster die Zugriffe dieses Crawlers nicht blockieren. Änderungen an der robots.txt wirken nach rund 24 Stunden, einen Platz in den Ergebnissen garantiert OpenAI nicht. Klare Seiten zu Ihren Leistungen und übereinstimmende Einträge sind plausible weitere Hebel, ihre Wirkung haben wir nicht gemessen.
Lumen Media in Eisenstadt misst, welche Quellen ChatGPT, Perplexity, Gemini und die KI-Antworten von Google bei den Fragen Ihrer Kunden nutzen. Danach baut die Agentur die Inhalte, Einträge und Bewertungen auf, auf die sich die Antworten stützen. Ihr Ansprechpartner ist Christoph Harrison. Tätig sind wir in Ostösterreich (Burgenland, Wien, Niederösterreich) und im DACH-Raum. Den ersten Schritt macht der KI-Sichtbarkeits-Check: kostenlos, mit 12 Fragen Ihrer Kunden an 4 KI-Systeme.

Quellen

  1. OpenAI Hilfe, „How ChatGPT and our foundation models are developed“
  2. OpenAI Hilfe, „Searching the web with ChatGPT“
  3. OpenAI, „Overview of OpenAI Crawlers“
  4. OpenAI Hilfe, „Publishers and Developers: FAQ“
  5. Eigene Messung einer Tischlerei im Burgenland, 28.09.2026
  6. Eigene Messung Lumen Media, 28.09.2026
  7. Eigene Messung Harrison Networks, 31.08.2026

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