KI-Sichtbarkeit

Generative Engine Optimization (GEO): Begriff, Herkunft und Maßnahmen

Von Christoph Harrison · Stand 30.09.2026 · 9 Minuten Lesezeit

Den Begriff Generative Engine Optimization hat eine Forschungsarbeit von Ende 2023 eingeführt. Seither steht er in Angeboten, Vorträgen und Blogbeiträgen, und Google schreibt selbst, dass viele der dazu kursierenden Tricks in der Google-Suche nicht wirken. Ein Blick in die Arbeit zeigt, was davon belegt ist und was nicht.

Wer nach „geo seo“ oder „GEO-Optimierung“ sucht, findet Erklärungen, die je nach Quelle anders ausfallen. Der Begriff ist jung und wird unterschiedlich verwendet. Dahinter steckt ein konkretes Thema: Kunden stellen ChatGPT, Perplexity oder Google Fragen wie „Wer macht das bei uns?“, und Ihr Unternehmen soll in der Antwort vorkommen. Im Deutschen nennen wir das KI-Sichtbarkeit. Die folgenden Abschnitte trennen, was die Studie zeigt, was Google selbst sagt und was Sie als Unternehmen tun können.

Definition: Inhalte für die Antworten von KI-Systemen aufbereiten

Generative Engine Optimization (GEO) bezeichnet alle Maßnahmen, mit denen Inhalte in den Antworten generativer KI-Systeme sichtbar werden, also genutzt, zitiert oder verlinkt werden. So beschreiben es sinngemäß die Autoren der Arbeit, in der der Begriff eingeführt wurde.

Eine generative Suchmaschine ist dabei eine Suchmaschine mit Sprachmodell. Sie holt zu einer Frage passende Dokumente aus dem Web und lässt ein Sprachmodell daraus eine Antwort formulieren, die sich auf diese Quellen stützt und sie nennt. Perplexity und die KI-Übersicht in Google arbeiten so. Auch die Suchfunktion von ChatGPT zeigt laut OpenAI Websites als Quellen in ihren Antworten.

Ablauf einer KI-Antwort in 4 Schritten: Ein Kunde stellt eine Frage, das System sucht Quellen im Web wie Ihre Website, Verzeichnisse und Bewertungen, ein Sprachmodell formuliert daraus die Antwort, und die Antwort nennt Betriebe mit Quellenlinks. Die Optimierung setzt bei den Quellen in Schritt 2 an.ABLAUFSo entsteht eine KI-AntwortDie FrageEin Kunde fragt nach einem Anbieter.Die QuellenHier setzt die Optimierung anDas System liest Website,Verzeichnisse, Bewertungen.Die AntwortEin Sprachmodell formuliert die Antwort.Die NennungBetriebe und Quellenlinks erscheinen.Schematische Darstellung nach Aggarwal et al.,arXiv 2311.09735, Abbildung 2 (Aufbau einergenerativen Suchmaschine). Quellenbeispiele auseigenen Messungen, 08.2026 und 09.2026.Keine Messwerte.
So entsteht eine KI-Antwort: Die Optimierung setzt bei den Quellen in Schritt 2 an.

Der Unterschied zur klassischen Trefferliste: Es gibt keinen Platz 1 bis 10, sondern eine Antwort, in der Ihr Unternehmen vorkommt oder nicht. Mit Geografie oder Standortdaten hat das Kürzel übrigens nichts zu tun.

Herkunft aus einer Forschungsarbeit von Ende 2023

Den Begriff führte ein Forschungsteam um Pranjal Aggarwal ein, beteiligt waren unter anderem Forschende der Princeton University und des Indian Institute of Technology Delhi. Die Arbeit „GEO: Generative Engine Optimization“ erschien im November 2023 auf arXiv und wurde für die Konferenz KDD 2024 in Barcelona angenommen.

Die Autoren stellten dafür 10.000 Suchanfragen aus 25 Themengebieten zusammen und prüften 9 Änderungen an Webseiten-Texten an 1.000 davon. Als Testumgebung diente eine selbst gebaute generative Suchmaschine auf Basis von gpt-3.5-turbo, die je Anfrage die 5 besten Google-Treffer nutzte, dazu Perplexity.ai. Ihr Ergebnis laut Zusammenfassung: Die Sichtbarkeit einer Quelle in der Antwort ließ sich um bis zu 40 % steigern.

Für die Einordnung zählen 3 Punkte. Gemessen wurden Anteil und Position einer Quelle im Antworttext, nicht Anfragen oder Aufträge. Die Texte schrieb ein Sprachmodell um. Und ob die Ergebnisse für die heutigen Versionen von ChatGPT, Gemini oder Perplexity gelten, hat die Arbeit nicht geprüft. Auffällig ist ein Ergebnis für Seiten, die bei Google weiter hinten stehen: Waren alle 5 Quellen mit Quellenangaben ergänzt, stieg die Sichtbarkeit der Seite auf Platz 5 um 115,1 %, die der Seite auf Platz 1 sank im Schnitt um 30,3 %. Das sind relative Veränderungen im Versuchsaufbau.

Andere Bezeichnungen für dasselbe Ziel

Neben GEO kursieren weitere Kürzel. AEO steht für Answer Engine Optimization, LLMO für Large Language Model Optimization, dazu kommen AI SEO und KI-SEO. Google nennt AEO und GEO in seinem Leitfaden zur Optimierung für generative KI-Funktionen gemeinsam: Beide Begriffe beschreiben Arbeit, die gezielt auf Sichtbarkeit in KI-Suchen ausgerichtet ist. Auch die WKO verwendet den Begriff und spricht von KI-Sichtbarkeit durch Generative Engine Optimization.

Wie scharf die Kürzel voneinander getrennt werden, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter. Wir verwenden GEO als Oberbegriff, denn im Alltag eines Unternehmens ändert die Bezeichnung nichts an der Arbeit.

Aus Sicht von Google ist die Optimierung für generative KI-Suche eine Optimierung für die Sucherfahrung und damit weiterhin SEO. Ob Sie deshalb zusätzlich etwas anders machen sollten, klärt der Beitrag SEO oder GEO für Unternehmen. Hier bleiben wir bei Begriff und Methode.

Maßnahmen: Was dazugehört und was nicht wirkt

In der Studie brachten 4 Änderungen den größten Zuwachs: Zitate aus glaubwürdigen Quellen ergänzen, Zahlen statt bloßer Umschreibungen nennen, den Text flüssiger formulieren und Quellen angeben. Der Kennwert der Arbeit (Anteil und Position der Quelle im Antworttext) stieg von 19,3 ohne Änderung auf 27,2, 25,2, 24,7 und 24,6. Die Autoren heben Zitate, Zahlen und Quellenangaben hervor, in ihrer Tabelle liegt die flüssigere Formulierung aber gleichauf. Das Häufen von Suchbegriffen, aus der klassischen SEO bekannt, lag mit 17,7 unter dem Ausgangswert.

Balkenvergleich des Kennwerts für Anteil und Position einer Quelle im Antworttext laut Studie von 2023: ohne Änderung 19,3, Zitate ergänzen 27,2, Zahlen statt Umschreibung 25,2, flüssiger formulieren 24,7, Quellen angeben 24,6 und Suchbegriffe häufen 17,7, also unter dem Ausgangswert.STUDIE 2023Was die Sichtbarkeit inKI-Antworten steigerteKennwert der Studie für Anteil und Positionder Quelle im Antworttext, ohne EinheitAusgangswertOhne Änderung19,3Zitate ergänzen27,2Zahlen statt Umschreibung25,2Flüssiger formulieren24,7Quellen angeben24,6Suchbegriffe häufen17,7Zitate ergänzen: 41 % über dem Ausgangswert.Suchbegriffe häufen: 8 % darunter.Quelle: Aggarwal et al., GEO: GenerativeEngine Optimization, arXiv 2311.09735, Tabelle 1(Position-Adjusted Word Count, gesamt), Stand06.2024. Testaufbau: gpt-3.5-turbo, 1.000Testanfragen, Mittel aus 5 Durchläufen.
Die 4 wirksamsten Änderungen in der Studie und das Häufen von Suchbegriffen im Vergleich.

Aus Googles Leitfaden für die KI-Funktionen lassen sich 4 Empfehlungen ableiten:

  • Eigener Inhalt: Beiträge mit eigener Erfahrung und eigenem Blickwinkel statt Zusammenfassungen dessen, was ohnehin überall steht.
  • Technik: Seiten, die indexiert werden können, in der Suche mit Snippet erscheinen dürfen und in der Search Console für die generativen KI-Funktionen eingeschlossen sind.
  • Unternehmensdaten: Ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil kann helfen, in KI-Antworten und in der übrigen Suche aufzutauchen.
  • Messung: Der Bericht zu generativen KI-Funktionen in der Search Console.

Nicht nötig sind laut Google spezielle Dateien wie llms.txt: Google Search nutzt sie nicht, sie helfen dort nicht, stören aber auch nicht. Ebenfalls nicht nötig sind spezielles Markup als Voraussetzung (für Rich Results bleiben strukturierte Daten laut Google sinnvoll) und das Zerstückeln von Inhalten in kleine Häppchen. Das Sammeln künstlicher Erwähnungen im Netz bringt laut Google weniger, als es scheint. Diese Aussagen betreffen Google Search. Für ChatGPT nennt OpenAI vor allem eine technische Voraussetzung: Websites, die den Crawler OAI-SearchBot aussperren, erscheinen nicht in den Suchantworten. Für Perplexity liegt uns keine vergleichbare Herstellerangabe vor.

KI-Sichtbarkeit in der Praxis: Was Unternehmen tun können

Unsere eigenen Messungen deuten darauf hin, dass Klartext zählt. Bei Harrison Networks nannten ChatGPT, Gemini und Perplexity am 31.08.2026 die Firma auf die Frage nach UniFi-Netzwerken im Burgenland an erster Stelle. Auf die Frage nach einem IT-Dienstleister für Netzwerktechnik im Burgenland, ohne Produktbegriff, kam sie in keinem der 3 Systeme vor. Eine Tischlerei im Burgenland nannten ChatGPT und Perplexity am 28.09.2026 bei je 4 von 12 Kundenfragen. Bei Leistungen, die auf der Website nur als Fotogalerie ohne Text erscheinen, fehlte sie mit einer Ausnahme. Ob der fehlende Text der Grund ist, zeigt erst die Nachmessung. Herold wurde in 12 dieser 24 Antworten zitiert, die WKO Firmen A bis Z in 9.

Daraus ergibt sich eine überschaubare Arbeitsliste: eine Seite je Leistung mit Text, in dem gleich am Anfang steht, was Sie wo anbieten; belegte Zahlen statt allgemeiner Aussagen; vollständige Einträge bei Herold und in den WKO Firmen A bis Z; Bewertungen bei Google. Wie sich das nachprüfen lässt, beschreibt der Beitrag zum Thema KI-Sichtbarkeit messen.

Häufige Fragen zur KI-Sichtbarkeit

Ist das dasselbe wie klassische Suchmaschinenoptimierung?
Zum großen Teil ja. Google ordnet die Optimierung für generative KI-Suche als SEO ein, und Grundlagen wie saubere Technik und eigenständige, nützliche Inhalte gelten für beide. Der Unterschied liegt im Ziel und in der Messung: Statt einer Platzierung in der Trefferliste zählt, ob Ihr Unternehmen in der Antwort gefunden wird. Das lässt sich nur prüfen, indem man die KI-Systeme abfragt.
Lässt sich zusagen, dass mein Unternehmen in ChatGPT gefunden wird?
Nein, und Zusagen dieser Art sollten Sie hinterfragen. Die Autoren der Studie sprechen von Systemen, die als Black Box arbeiten, und selbst die Studie ließ jede Antwort 5-mal erzeugen, weil sie von Abfrage zu Abfrage schwankt. Belegbar sind die Ausgangslage, die Arbeit an den Grundlagen und ein Vergleich vorher und nachher mit denselben Fragen. Auch die Studie von 2023 misst relative Verbesserungen im Testaufbau, keine Anfragen.
Kann ich das als Unternehmer selbst umsetzen?
Ja, den größten Teil. Leistungsseiten in Klartext, vollständige Verzeichniseinträge, ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil und Bewertungen brauchen kein Spezialwissen, nur Zeit und Sorgfalt. Unterstützung lohnt sich, wenn Sie regelmäßig messen wollen, ob Sie gefunden werden, oder Ihnen die Zeit für neue Inhalte fehlt. Beides übernimmt Lumen Media im Rahmen der KI-Sichtbarkeit.
Womit beginne ich?
Mit einer Messung. Notieren Sie 10 bis 15 Fragen, die Ihre Kunden vor einem Auftrag stellen, und stellen Sie sie ChatGPT, Perplexity und Gemini. Prüfen Sie, ob Ihr Unternehmen gefunden wird, wer stattdessen vorkommt und welche Quellen die Antwort zeigt. Daraus ergibt sich, welche Leistungsseite oder welcher Eintrag zuerst fehlt.
Lumen Media aus Eisenstadt unterstützt Unternehmen in Ostösterreich (Burgenland, Wien, Niederösterreich) und im DACH-Raum dabei, in den Antworten von ChatGPT und Google gefunden zu werden. Christoph Harrison misst zuerst, wo Ihr Unternehmen steht, und zeigt Ihnen im kostenlosen, unverbindlichen Check Ihrer Sichtbarkeit in KI-Antworten, welche Schritte als Nächstes sinnvoll sind.

Quellen

  1. Aggarwal et al., „GEO: Generative Engine Optimization“
  2. Aggarwal et al., „GEO: Generative Engine Optimization“, KDD 2024 (ACM)
  3. Google Search Central, „Google's Guide to Optimizing for Generative AI Features on Google Search“
  4. WKO, „SEO und GEO: Optimierung für Suchmaschinen und KI-Assistenten“
  5. Eigene Messung Harrison Networks, 31.08.2026
  6. Eigene Messung einer Tischlerei im Burgenland, 28.09.2026
  7. OpenAI, „Overview of OpenAI Crawlers“

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