Mitarbeitergewinnung

Recruiting-Video für Handwerksbetriebe: Was ein Mitarbeitervideo bringt

Von Christoph Harrison · Stand 30.09.2026 · 10 Minuten Lesezeit

Ein Dachdecker sieht Ihre Stellenanzeige und weiß danach, welche Stelle es gibt und wo. Wie Ihre Kollegen miteinander reden und wie der Chef auftritt, weiß er nicht. Ein Recruiting-Video zeigt genau das. Es muss dafür nicht teuer sein, aber es braucht einen Plan und guten Ton.

Fotos und Anzeigentexte gehören zu jeder Stellensuche, das Video ist der nächste Schritt. Es spielt seine Stärke aus, wenn Sie in einer Recruiting-Kampagne für die Mitarbeitergewinnung Fachkräfte erreichen wollen, die gerade nicht suchen. Hier lesen Sie, welche Formate zum Handwerk passen, wie Sie im Hochformat drehen, was ein Drehtag umfasst, wann sich ein Profi lohnt und was beim Recht am eigenen Bild gilt.

4 Formate zeigen Menschen und Ton, die eine Anzeige nicht zeigt

Ein Recruiting-Video ist ein kurzer Film, in dem sich ein Betrieb als Arbeitgeber vorstellt: mit den Menschen, die dort arbeiten, dem Arbeitsplatz und dem Ton im Team. Es ergänzt Stellenanzeige und Fotos und unterscheidet sich vom Imagefilm: Der Imagefilm stellt das Unternehmen vor, das Recruiting-Video spricht Bewerber an. Es läuft als Anzeige, auf der Bewerbungsseite und auf Ihren Profilen bei Facebook und Instagram.

Wie viele Bewerbungen ein Video zusätzlich bringt, hängt von Stelle, Region und Betrieb ab. Ein Video allein löst keine Bewerbung aus. Es wirkt zusammen mit einer verständlichen Anzeige, einer einfachen Bewerbung und einer schnellen Rückmeldung, wie sie der Ratgeber zu Social Recruiting im Kleinbetrieb beschreibt.

Diese 4 Formate passen zum Handwerk:

  • Mitarbeiter erzählt: Ein Kollege beantwortet 2 bis 3 Fragen, etwa was er macht, was ihm gefällt und was er einem Neuen sagen würde. Das ist unsere erste Wahl: Bewerber wollen wissen, wie es sich im Team arbeitet, und das erzählt ein Kollege aus eigener Erfahrung.
  • Arbeitsplatz-Rundgang: Eine Person führt durch Werkstatt, Lager und Fahrzeuge oder über die Baustelle.
  • Tagesablauf: Die Kamera begleitet einen Mitarbeiter vom Arbeitsbeginn bis zum Feierabend. Das braucht mehr Planung und mehr Schnitt.
  • Chef stellt den Betrieb vor: Der Inhaber sagt in wenigen Sätzen, wofür der Betrieb steht und wen er sucht. Das passt zu kleinen Betrieben und wirkt schnell wie eine Firmenpräsentation, wenn er zu lange spricht.

Für den Anfang genügen 2 Videos: Mitarbeiter erzählt und Arbeitsplatz. Diese beiden Formate stecken auch in unserer Kampagne mit Video. Soll die Stelle Lehrlinge erreichen, lesen Sie, wie Sie Jugendliche auf Instagram und TikTok ansprechen.

Hochformat und Untertitel passen zu Reels und Feed

Die Vorgaben von Meta gelten für Anzeigen, und so läuft eine Recruiting-Kampagne. Für Reels-Anzeigen auf Instagram empfiehlt der Leitfaden 9:16 mit 1.440 x 2.560 Pixel. Für den Instagram-Feed und den Facebook-Feed nennt er 4:5 mit 1.440 x 1.800 Pixel. Wer ein Video für beide nutzen will, dreht im Hochformat 9:16 und hält Gesichter und Hände in der Bildmitte. Ein 4:5-Ausschnitt behält rechnerisch rund 70 % der Höhe (1,25 geteilt durch 1,78).

Vergleich der Meta-Vorgaben für Video-Anzeigen. Im Instagram-Feed empfiehlt Meta das Format 4:5 mit 1.440 x 1.800 Pixel, zum freizuhaltenden Bereich gibt es keine Angabe, der Ton ist optional, aber empfohlen. Bei Instagram Reels empfiehlt Meta 9:16 mit 1.440 x 2.560 Pixel, oben 14 %, unten 35 % und seitlich je 6 % des Bildes frei von Text und Logos zu lassen, und den Ton dringend. Untertitel sind in beiden Fällen optional, aber empfohlen.VIDEO-FORMATEFeed und ReelsInstagram-FeedInstagram ReelsFormatFormat4:59:16PixelPixel1.440 x 1.8001.440 x 2.560FreihaltenFreihaltenkeine Angabeoben 14 %unten 35 %seitlich je 6 %TonTonempfohlendringend empfohlenUntertitelUntertitelempfohlenempfohlenQuelle: Meta-Anzeigenleitfaden, 09.2026
Meta-Vorgaben für Video-Anzeigen im Instagram-Feed und in Instagram Reels: Format, Auflösung, freizuhaltender Bereich, Ton und Untertitel im Vergleich.

Für Reels rät Meta außerdem, oben 14 %, unten 35 % und an jeder Seite 6 % des Bildes frei von Text und Logos zu lassen, weil dort Profilsymbol und Buttons Inhalte verdecken können. Übrig bleiben 51 % der Höhe (100 minus 14 minus 35). Setzen Sie Untertitel deshalb in die Bildmitte, nicht an den unteren Rand.

Zur Länge nennt Meta in den Vorgaben für Reels-Anzeigen nur eine Grenze: bis zu 15 Minuten. Nur für In-Stream-Anzeigen, die in anderen Videos laufen, empfiehlt Meta allgemein höchstens 15 Sekunden. Unsere Empfehlung ist deshalb kurz: Jedes Video trägt eine Aussage und bleibt meist unter 1 Minute. Wer mehr erzählen will, macht ein zweites Video.

Meta nennt Untertitel für Instagram und Facebook „optional, aber empfohlen“, den Ton für Reels „optional, aber dringend empfohlen“. Für den mobilen Feed rät Meta in einem älteren Beitrag, Video-Anzeigen für stummes Abspielen zu gestalten, weil die meisten dort ohne Ton angesehen würden. Planen Sie das Video deshalb so, dass es mit Untertiteln auch stumm verständlich ist.

Der Drehplan hat 5 Schritte

Ein Drehtag gelingt, wenn die Arbeit davor erledigt ist:

  1. Ziel und Fragen festlegen: Wen suchen Sie, und welche Aussage soll hängen bleiben? Schreiben Sie die Fragen auf, pro Video höchstens 3. Ohne enge Fragen erzählen Befragte in unserer Praxis mit Interviewvideos alles, was ihnen einfällt, und das Material lässt sich kaum auf ein kurzes Video schneiden. Bitten Sie um Antworten in ganzen Sätzen.
  2. Zustimmung einholen: Bevor die Kamera läuft, schriftlich und einzeln je Person (siehe unten).
  3. Probeaufnahme machen: 30 Sekunden im Hochformat, mit Kopfhörern angehört. Prüfen Sie Ton, Hintergrundlärm und Licht, bevor Sie den Tag ansetzen.
  4. Drehen: Handy fest halten oder auf ein Stativ, nah am Mikrofon sprechen und Handgriffe zusätzlich filmen, damit sich Bilder über die Antworten schneiden lassen.
  5. Schneiden und prüfen: Kürzen, Untertitel einfügen, auf dem Handy ansehen. Die Gezeigten sehen das Video vor der Veröffentlichung.
Ablauf in 5 Schritten bis zum Recruiting-Video, je Schritt eine Prüffrage: Ziel und Fragen (Wen suchen wir?), Zustimmung (Alle schriftlich zugestimmt?), Probeaufnahme (Ton gut hörbar?), Dreh (Hochformat, nah am Mikrofon?) und Schnitt (Stumm verständlich?). Schematische Darstellung, Empfehlung von Lumen Media.DREHPLAN5 Schritte bis zum VideoZiel und FragenWen suchen wir?ZustimmungAlle schriftlich zugestimmt?ProbeaufnahmeTon gut hörbar?DrehHochformat, nah am Mikrofon?SchnittStumm verständlich?Schematische Darstellung, Empfehlung von Lumen Media.
Der Drehplan in 5 Schritten mit je einer Prüffrage, von den Fragen bis zum Schnitt.

Ein gutes Handyvideo mit Ton reicht oft, ein Videograf spart Zeit

Bewerber beurteilen Menschen und Umgebung, nicht Kameratechnik. Deshalb reicht ein Handyvideo mit klar verständlichem Ton oft aus, und der Ton zählt mehr als die Bildschärfe. Das ist unsere Einschätzung aus der Praxis, keine Studie. Ein Videograf lohnt sich, wenn niemand im Betrieb Zeit für Dreh und Schnitt hat, wenn Sie an einem Tag mehrere Videos brauchen oder wenn in einer lauten Werkstatt gedreht wird.

Die Kampagne mit Video von Lumen Media enthält alles aus der Kampagne und dazu einen halben Drehtag vor Ort mit einem Videografen und 3 kurze Videos (Mitarbeiter erzählen, Arbeitsplatz). Sie kostet 2.490 € netto einmalig, die Kampagne ohne Video 1.490 €, der Unterschied beträgt also 1.000 € netto. Das Werbebudget für Meta kommt dazu, wir empfehlen ab 10 € pro Tag. Eigene Videos aus dem Arbeitsalltag sind bei jeder Kampagne willkommen, sofern vorhanden. Wer die Anzeige selbst einrichten will, findet die Schritte im Ratgeber Stellenanzeige selbst bei Meta schalten.

Die Zustimmung der Mitarbeiter gehört vor den Dreh

Das ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung. In Österreich schützt § 78 Abs. 1 Urheberrechtsgesetz Personen: Bildnisse dürfen nicht öffentlich verbreitet werden, wenn dadurch berechtigte Interessen des Abgebildeten verletzt würden. Das Gesetz spricht von Bildnissen. Der Oberste Gerichtshof hat den Bildnisschutz auch auf einen ausgestrahlten Fernsehfilm angewendet, wir gehen deshalb davon aus, dass er auch für Recruiting-Videos gilt. Laut WKO kann schon die Aufnahme das Recht am eigenen Bild verletzen, es braucht eine Abwägung der Interessen.

Dazu kommt der Datenschutz. Für Mitarbeiterfotos, die für Werbezwecke verwendet werden, rät die WKO jedenfalls zu einer eigenen Einwilligung für den konkreten Fall. Ein Recruiting-Video in Anzeigen ist Werbung. Für die Einwilligung gilt:

  • Getrennt vom Arbeitsvertrag: Die WKO hält es für sinnvoller, die Zustimmung separat zu regeln, weil sie als Vertragsbestandteil kritisch sein kann.
  • Freiwillig: Die Freiwilligkeit ist laut WKO umso weniger gegeben, je weniger plausibel der Grund ist. Erklären Sie, wofür das Video dient, und lassen Sie ein Nein ohne Folgen zu.
  • Widerrufbar: Die datenschutzrechtliche Einwilligung lässt sich jederzeit widerrufen, darauf weisen Sie vor der Unterschrift hin (Art. 7 Abs. 3 DSGVO, so auch die Datenschutzbehörde). Was bis zum Widerruf veröffentlicht war, bleibt rechtmäßig, danach verwenden Sie das Video nicht weiter.

Halten Sie schriftlich fest, wer zustimmt, wofür (Website, Anzeigen auf Facebook und Instagram) und was passiert, wenn jemand den Betrieb verlässt. Die WKO bietet eine Musterformulierung für eine Einverständniserklärung. Planen Sie die Videos so, dass sich ein Sprecher später ersetzen lässt. Bei minderjährigen Lehrlingen klären Sie die Zustimmung vorab gesondert, darauf geht dieser Ratgeber nicht ein.

Häufige Fragen zum Recruiting-Video

Was ist ein Recruiting-Video?
Ein Recruiting-Video ist ein kurzer Film, mit dem sich ein Betrieb als Arbeitgeber zeigt: mit Mitarbeitern, Arbeitsplatz und Ton im Team. Es läuft als Anzeige, auf der Website oder in sozialen Netzwerken und ergänzt die Stellenanzeige, ersetzt sie aber nicht. Im Handwerk sind 4 Formate üblich: Mitarbeiter erzählt, Arbeitsplatz-Rundgang, Tagesablauf und Chef stellt den Betrieb vor.
Wie lang sollte ein Recruiting-Video sein?
In den Vorgaben für Reels-Anzeigen nennt Meta keine Wunschlänge, nur die Grenze von 15 Minuten. Unsere Empfehlung: Jedes Video trägt eine Aussage und bleibt meist unter 1 Minute. Bei mehr Stoff drehen Sie ein zweites Video, statt eines zu verlängern. Legen Sie es im Hochformat 9:16 an und setzen Sie Untertitel in die Bildmitte.
Was sind die Vor- und Nachteile eines Recruiting-Videos?
Ein Video zeigt Kollegen, Arbeitsplatz und Umgangston, den Anzeige und Foto nicht vermitteln. Der Aufwand ist höher als bei einem Foto: Sie brauchen Fragen, guten Ton, Schnitt und die Zustimmung der Gezeigten, die sich widerrufen lässt. Verlässt ein Sprecher den Betrieb, kann das Video veralten. Eine Bewerberzahl lässt sich nicht zusagen.
Dürfen Sie Mitarbeiter ohne Zustimmung filmen und veröffentlichen?
Holen Sie die Zustimmung vor dem Dreh ein. Nach § 78 Abs. 1 UrhG dürfen Bildnisse nicht öffentlich verbreitet werden, wenn berechtigte Interessen des Abgebildeten verletzt würden, und laut WKO kann schon die Aufnahme das Recht am eigenen Bild verletzen. Regeln Sie die Einwilligung getrennt vom Arbeitsvertrag. Das ist keine Rechtsberatung, bei Zweifeln lassen Sie den Einzelfall prüfen.
Lumen Media in Eisenstadt gewinnt Fachkräfte mit Recruiting-Kampagnen auf Facebook und Instagram, auf Wunsch mit einem Halbtag Dreh durch einen Videografen. Ihr Ansprechpartner ist Christoph Harrison, tätig sind wir in Ostösterreich (Burgenland, Wien, Niederösterreich) und im DACH-Raum. Beschreiben Sie Ihre offene Stelle und ob Sie schon Videos haben, in einer Kampagnenanfrage mit Video. Sie hören innerhalb von 2 bis 3 Werktagen von uns.

Quellen

  1. RIS, Urheberrechtsgesetz, § 78 (Bildnisschutz)
  2. RIS, OGH-Rechtssatz RS0078026 (Bildnisschutz bei Ausstrahlung eines Fernsehfilms)
  3. Meta, Leitfaden für Facebook-Werbeanzeigen, Video-Ad-Spezifikationen Instagram Reels
  4. Meta, Video-Ad-Spezifikationen Instagram Feed
  5. Meta, Video-Ad-Spezifikationen Facebook Feed
  6. Meta, Video Ads
  7. Meta for Business, „Capture Attention with Updated Features for Video Ads“
  8. WKO, Fotografie und Werbung
  9. WKO, Arbeitnehmerdatenschutz FAQ
  10. Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 7
  11. Datenschutzbehörde, Foto & Video
  12. Lumen Media, Mitarbeitergewinnung
  13. Eigene Erfahrung Lumen Media, 08.09.2026

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