Social Recruiting für kleine Betriebe: Was es ist, was es kostet, wann es sich lohnt
Inserate auf Jobportalen kennen die meisten Inhaber, Werbeanzeigen im Feed oft nur vom Hörensagen. Wie eine solche Kampagne bei uns aufgebaut ist, zeigt die Seite zur Mitarbeitergewinnung über Social Media. Hier stehen die Grundlagen, mit denen Sie jedes Angebot selbst beurteilen können: was Social Recruiting ist, welcher Kanal zu Ihrem Betrieb passt, was Anbieter verlangen und wann Sie sich das Geld sparen.
Social Recruiting erreicht auch Fachkräfte, die nicht suchen
Social Recruiting bedeutet, offene Stellen mit Anzeigen und Beiträgen in sozialen Netzwerken bekannt zu machen. Social Media Recruiting und Mitarbeitergewinnung über Social Media meinen im Alltag dasselbe. Der Unterschied zum Inserat liegt darin, wer die Anzeige sieht. Ein Inserat auf einer Jobbörse sieht, wer gerade sucht. Eine Anzeige im Feed sieht, wer in Ihrer Region wohnt und Facebook oder Instagram ohnehin nutzt, auch mit sicherem Arbeitsplatz. Das sind die passiv Suchenden. In Berufen, in denen kaum jemand aktiv sucht, ist diese Gruppe oft der wichtigste Weg zu Kandidaten.
Unter dem Begriff laufen 3 Formen. Bezahlte Anzeigen sind das, was Sie bei einer Agentur als Social Recruiting buchen. Organische Beiträge auf der Firmenseite kosten nur Zeit, erreichen aber vor allem Menschen, die Ihrer Seite schon folgen. Active Sourcing heißt, geeignete Fachkräfte direkt anzuschreiben, meist auf LinkedIn oder Xing.
Für Handwerk und regionale Betriebe zählt meist Meta
Welcher Kanal passt, hängt an der Stelle. Unsere Einschätzung:
- Facebook und Instagram: Beide gehören zu Meta, eine Kampagne läuft im selben Werbeanzeigenmanager auf beiden. Für Handwerk und andere regionale Betriebe ist das meist der Einstieg, weil eine Kampagne beide Plattformen zugleich erreicht.
- TikTok: Passt zu jungen Zielgruppen, etwa bei Lehrlingen, verlangt aber laufend Kurzvideos.
- LinkedIn: Passt zu Stellen mit Studium, im Büro oder mit Führungsverantwortung. Für Facharbeiter im Handwerk ist es selten die erste Wahl.
Eine Besonderheit betrifft jede Stellenanzeige bei Meta: Sie läuft in der Sonderkategorie Beschäftigung. Laut der Meta-Hilfe sind dann Alter, Geschlecht, Postleitzahl, Ausschlüsse und ähnliche Zielgruppen eingeschränkt oder nicht verfügbar. Das Alter ist in der Regel auf 18 bis 65+ festgelegt. Zielgruppen nach Stadt oder Adresse bekommen in Österreich einen erweiterten Radius von rund 16 km (10 Meilen). Eine einzelne Gemeinde lässt sich damit nicht isoliert ansprechen. Wie Sie die Anzeige technisch schalten, beschreibt der Ratgeber Stellenanzeige bei Meta schalten.
4 Bausteine tragen die Kampagne bis zur Bewerbung
- Echte Fotos und Videos aus dem Betrieb: Bewerber wollen sehen, wer im Team arbeitet und wie Ihre Werkstatt aussieht. Fotos Ihrer Mitarbeiter bei der Arbeit, mit deren Einverständnis, wirken näher als Stockbilder. KI-Bilder haben in unserer Praxis für Meta-Anzeigen keine freigabefähige Lösung ergeben. Zum Bewegtbild gibt es einen eigenen Ratgeber zum Recruiting-Video im Handwerk.
- Eine Anzeige mit einer Aufgabe: Stelle, Ort und der wichtigste Grund für einen Wechsel, dazu ein klarer Schritt zur Bewerbung. In Österreich muss eine Ausschreibung nach § 9 Abs. 2 Gleichbehandlungsgesetz das kollektivvertragliche Mindestentgelt nennen und, wenn eine solche besteht, auf die Bereitschaft zur Überzahlung hinweisen. Das Gesetz nennt dafür kein bestimmtes Medium. Unsere Einschätzung: Nehmen Sie die Angabe in die Anzeige selbst auf und wiederholen Sie sie auf der Bewerbungsseite.
- Eine Bewerbungsseite mit Kurzbewerbung: Meta-Sofortformulare, die direkt in Facebook oder Instagram aufgehen, brachten in unserer Praxis keine brauchbaren Kontakte. Deshalb führt die Anzeige auf eine eigene Seite mit Name, Telefonnummer und Erfahrung, ohne Lebenslauf und Anschreiben. Am Handy soll die Bewerbung in unter 1 Minute erledigt sein. Ob ein Klick zur Bewerbung führt, entscheidet sich oft auf dieser Seite.
- Eine schnelle Rückmeldung: Legen Sie vorab fest, wer die Bewerbungen liest und anruft. Unsere Empfehlung: am selben Werktag, spätestens am nächsten.
Die Kosten setzen sich aus Honorar und Werbebudget zusammen
Social Recruiting hat 2 Kostenposten: das Honorar für Konzept, Anzeigen und Bewerbungsseite und das Werbebudget, das Sie an Meta überweisen.
Öffentliche Preise sind selten. Wir haben am 29.09.2026 die Websites von 10 Anbietern aus Österreich geprüft, keiner nannte einen Preis für ein Recruiting-Paket. Mehrere Anbieter aus Deutschland legen Zahlen offen, hier 2 Beispiele: Ein Anbieter verlangt 2.490 € netto für eine Kampagne mit 30 Tagen Laufzeit (Aktionspreis), jeder weitere Monat kostet 1.290 € netto. Über 3 Monate sind das 5.070 € netto (2.490 € + 2 × 1.290 €). Ein anderer verlangt bei der kürzesten Laufzeit von 3 Monaten 1.200 € pro Monat, also 3.600 €, ohne Angabe, ob netto oder brutto. Beide rechnen das Werbebudget zusätzlich, der Leistungsumfang ist nicht identisch.
Lumen Media bietet 2 einmalige Pakete an. Die Kampagne für 1.490 € netto umfasst ein Gespräch zu Stelle und Zielgruppe, die gemeinsame Einrichtung des Werbekontos, bei Bedarf eine Bewerbungsseite, 3 Anzeigenmotive mit Fotos aus Ihrem Betrieb, eine Anpassung nach 2 Wochen und einen Abschlussbericht. Fehlen eigene Fotos, kommt ein halber Tag mit einem professionellen Fotografen um 1.290 € netto dazu. Die Kampagne mit Video für 2.490 € netto ergänzt einen halben Drehtag mit einem Videografen und 3 kurze Videos.
Das Werbebudget kommt dazu. Wir empfehlen ab 10 € pro Tag, das sind rund 300 € im Monat. Meist läuft eine Kampagne 2 bis 3 Monate, also 600 bis 900 €.
Ein Anbieter aus Deutschland empfiehlt für Fachkräfte ein Werbebudget ab 1.200 € im Monat, allerdings für den deutschen Markt. Meta nennt keinen festen Mindestbetrag in Euro. Ein zu niedriges Budget kann dazu führen, dass eine Anzeigengruppe die Lernphase nicht verlässt: Sie sollte in der Woche nach der letzten wesentlichen Änderung rund 50 Optimierungsereignisse erreichen. Belastbare Durchschnittswerte für die Kosten je Bewerbung haben wir in neutralen Quellen nicht gefunden, jede Kampagne liefert ihre eigenen Zahlen im Abschlussbericht. Was Inserat, Jobbörse und Personalvermittler im Vergleich kosten, steht im Ratgeber zu den Kosten der Mitarbeitersuche.
Wann sich Social Recruiting lohnt und wann nicht
Nach unserer Einschätzung lohnt sich eine Kampagne, wenn 3 Dinge zusammenkommen: Die Tätigkeit üben in Ihrer Region viele Menschen aus, Sie können Team und Betrieb zeigen, und Sie beantworten Bewerbungen zeitnah. Fehlt eines davon, sinkt der Nutzen der Kampagne deutlich.
Nicht lohnen sich diese Fälle:
- Sehr spezialisierte Stellen: Gibt es in Ihrer Region nur eine Handvoll passender Fachkräfte, erreicht eine Anzeige vor allem Menschen, die nicht passen. Direkte Ansprache oder ein Personalvermittler führen dann oft eher zum Ziel.
- Keine Zeit für Bewerber: Wer erst nach Tagen antwortet, verschenkt einen Teil der Anzeigenkosten.
- Besetzung in wenigen Tagen: Eine Kampagne braucht Vorlauf für Gespräch, Werbekonto und Bewerbungsseite. Ist die Stelle sofort zu besetzen, sind Empfehlungen aus dem Team oder ein Inserat schneller.
Selbst umsetzen können Sie das ebenfalls: mit einem Business-Konto, der Facebook-Seite Ihres Betriebs und einem Zahlungsmittel. Die Einrichtung des Werbekontos ist erfahrungsgemäß der mühsamste Schritt. Lumen Media erledigt ihn mit Ihnen in einem Videotermin von 60 Minuten.
Eine Bewerberzahl sagen wir nicht zu. Zugesagt ist etwas anderes: Kommt in den ersten 6 Wochen nach dem Start keine passende Bewerbung, also keine, mit der Sie ein Gespräch vereinbaren würden, passen wir Anzeigen und Bewerbungsseite ohne Aufpreis an.
Häufige Fragen zu Social Recruiting
Was versteht man unter Social Recruiting?
Welche Beispiele gibt es für Social Media Recruiting?
Was kostet Social Recruiting für einen kleinen Betrieb?
Lohnt sich Social Recruiting für eine einzelne Stelle?
Quellen
- Meta Business-Hilfe, „About Audiences for Housing, Employment or Financial Products and Services Campaigns“
- Meta Business-Hilfe, „About learning limited“
- Meta Business-Hilfe, „Best Practices for Minimum Budgets“
- RIS, Gleichbehandlungsgesetz (GlBG), § 9 Abs. 2
- Eigene Marktprüfung Lumen Media zu Anbietern aus Österreich, 29.09.2026
- Eigene Marktprüfung Lumen Media zu öffentlichen Preisangaben deutscher Anbieter, 30.09.2026
- Lumen Media, Leistungsseite Mitarbeitergewinnung
- Eigene Praxis Lumen Media aus Recruiting-Kampagnen auf Meta
