Stellenanzeige auf Facebook und Instagram schalten: Ablauf, Kosten, Regeln
Eine Facebook-Stellenanzeige ist eine bezahlte Anzeige im Meta-Werbeanzeigenmanager, die auf Facebook und Instagram laufen kann. Für Betriebe ohne Marketingabteilung ist das machbar, die Regeln für Jobanzeigen weichen aber von normaler Werbung ab. Die Schritte unten gelten für Österreich, die Meta-Angaben haben den Stand 30.09.2026. Wer die Kampagne lieber abgeben möchte, findet bei Lumen Media eine Recruiting-Kampagne mit Einrichtung, Anzeigen und Bericht.
Werbekonto, Facebook-Seite und Instagram-Konto verbinden
Eine Stellenanzeige braucht eine Facebook-Seite Ihres Betriebs als Absender. Meta führt Seite, Instagram-Konto und Werbekonto in einem Business-Portfolio zusammen, das Sie in der Meta Business Suite anlegen. Der Ablauf:
- Business-Portfolio anlegen. Der Name sollte dem öffentlichen Firmennamen entsprechen, denn er ist überall auf Meta sichtbar.
- Facebook-Seite und Instagram-Konto als Assets hinzufügen.
- Ein Werbekonto anlegen und eine Zahlungsmethode hinterlegen.
- Bei Bedarf Personen oder Partner hinzufügen, zum Beispiel eine Agentur.
Meta weist darauf hin, dass ein neues Portfolio nicht automatisch alle Werbefunktionen freischaltet. Welche Funktionen Ihnen offenstehen, sehen Sie im Business-Support-Center. In unserer Praxis ist die Einrichtung der zeitaufwendigste Schritt, weil Zugriffsrechte, Zahlungsmittel und Freigaben zusammenkommen. Bei Lumen Media richten wir das Werbekonto deshalb gemeinsam mit Ihnen ein, in 60 Minuten per Video.
Sonderkategorie Jobangebote: Was Meta bei der Zielgruppe festlegt
Wer Jobangebote bewirbt, muss beim Erstellen der Kampagne eine spezielle Anzeigenkategorie festlegen. Der Meta-Hilfebereich zu Jobangeboten führt Österreich ausdrücklich unter den betroffenen Ländern und schreibt, dass die Anzeige ohne die Kategorie möglicherweise abgelehnt wird. Als Jobangebot zählen laut Meta Vollzeit, Teilzeit, Praktika und Ausbildungsangebote, auch Lehrstellen fallen also darunter. Nicht betroffen sind Anzeigen, die über ein Unternehmen sprechen, ohne Beschäftigungsmöglichkeiten zu nennen.
Im Werbeanzeigenmanager wählen Sie beim Erstellen der Kampagne „Spezielle Anzeigenkategorien“, danach die Kategorie und das Land. Meta nennt sie in der Hilfe „Jobangebote“, an anderer Stelle „Beschäftigung“. Meta legt dann Alter und Geschlecht fest, sperrt Postleitzahlen, Standortausschlüsse und Lookalike-Zielgruppen und nimmt einige Interessen aus der Auswahl. Die Übersicht zeigt, was fest ist und was Sie weiter bestimmen:
Die Zielgruppe ist damit bewusst breit. Wer sich angesprochen fühlt, entscheiden vor allem Standort, Berufsbezeichnung und Motiv, denn das Alter ist in der Regel festgelegt und viele Interessen fallen weg. So erreichen Sie Fachkräfte auch dann, wenn sie gerade nicht aktiv suchen. Für Lehrstellen heißt das: Jugendliche direkt nach der Pflichtschule erreicht die bezahlte Anzeige nicht, denn laut Meta werden Anzeigen, die in der EU, im EWR und in der Schweiz geschaltet werden, seit November 2023 nicht mehr an Zielgruppen unter 18 Jahren ausgeliefert. Wählen Sie Eisenstadt als Standort, gehören automatisch auch Personen im Umkreis von rund 16 km (10 Meilen) zur Zielgruppe. Meta ändert solche Werte gelegentlich, prüfen Sie sie deshalb im Werbeanzeigenmanager.
Kampagnenziel, Budget und Auswertung
Meta bietet 6 Werbeziele: Bekanntheit, Traffic, Interaktionen, Leads, App-Promotion und Umsatz. Für eine Stellenanzeige mit eigener Bewerbungsseite beginnen wir mit Traffic, also Besuchen auf der Seite. Meta empfiehlt bei zu wenigen Ergebnissen, auf ein Ereignis zu optimieren, das häufiger vorkommt, und ein Besuch auf der Bewerbungsseite kommt häufiger vor als eine Bewerbung.
Ein fester Euro-Mindestbetrag steht bei Meta nicht. Das Mindestbudget hängt laut Meta unter anderem von Branche, Budgetart und Gebotsstrategie ab, und der Werbeanzeigenmanager zeigt einen Hinweis, wenn Ihr Budget zu niedrig ist. Dazu 3 Anhaltspunkte:
- Tagesbudget: Es ist ein Durchschnitt. An einzelnen Tagen gibt Meta bis zu 75 % mehr aus, pro Woche höchstens das 7-Fache des Tagesbudgets.
- Lernphase: Meta markiert eine Anzeigengruppe mit „Lernphase beeinträchtigt“, wenn sie voraussichtlich keine rund 50 Ergebnisse (Optimierungs-Events) in einer Woche erreicht. Bei 10 € pro Tag stehen 70 € pro Woche zur Verfügung, ein Ergebnis dürfte dann im Schnitt höchstens 1,40 € kosten.
- Kostenziel: Nutzen Sie die Gebotsstrategie „Kostenziel pro Ergebnis“, sollte das Tagesbudget mindestens das 5-Fache des Kostenziels betragen.
Wir empfehlen ab 10 € pro Tag, das sind rund 300 € im Monat. Das ist eine Untergrenze für regionale Kampagnen und kein Erfolgsbeleg. Läuft eine Kampagne 2 bis 3 Monate, ergibt das rund 600 bis 900 € Werbebudget. Belastbare Zahlen, was eine Bewerbung in Österreich kostet, kennen wir nicht, die laufende Kampagne zeigt es erst. Was die Mitarbeitersuche insgesamt kostet, vergleicht der Ratgeber Was kostet die Mitarbeitersuche?.
Nach 7 Tagen prüfen Sie, ob die Anzeigengruppe die Lernphase verlässt und wie viele Klicks ankommen. Nach 2 Wochen tauschen Sie schwache Motive aus. Die wichtigste Zahl sind aber die Bewerbungen, zu denen Sie zum Gespräch einladen, nicht die Klicks.
Motiv, Text und Bewerbungsseite
Ein Bewerber möchte sehen, wo er arbeiten würde. Nehmen Sie deshalb echte Fotos aus Ihrem Betrieb, am besten mit den Menschen, die dort arbeiten. Den Text im Bild prüfen wir am Handy. In unserer Messung erscheint ein Layout mit 1080 Pixel Breite im Feed eines gängigen Handys auf rund 390 Pixel, kleine Schrift ist dort nicht lesbar. Mit Advantage+-Platzierungen kann dieselbe Anzeige laut Meta auf Facebook, Instagram, WhatsApp, im Audience Network und auf Threads laufen, ein eigenes Motiv für Instagram ist nicht nötig.
Der Anzeigentext sagt, wer gesucht wird, wo und zu welchem Entgelt, und nennt einen Grund, sich zu bewerben. Weil das Alter in der Regel festgelegt ist und viele Interessen wegfallen, wählt der Text die passenden Leser aus.
Sofortformulare von Meta haben in unserer Praxis keine brauchbaren Kontakte gebracht. Belegt ist das nicht durch eine Messreihe, sondern durch Erfahrung, Zahlen dazu liegen uns nicht vor. Wir führen die Anzeige deshalb auf eine eigene Bewerbungsseite. Dort genügen Name, Telefonnummer und Erfahrung, Lebenslauf und Anschreiben entfallen, das Ausfüllen dauert unter 1 Minute. Wie sie aufgebaut ist, zeigt der Ratgeber Bewerbungsseite mit Kurzbewerbung. Fehlt sie, empfehlen wir den Kontakt über WhatsApp oder Instagram Direct statt eines Formulars.
Gehaltsangabe und geschlechtsneutrale Ausschreibung nach österreichischem Recht
Für Stellenanzeigen gilt das Gleichbehandlungsgesetz, auch auf Facebook. Nach § 9 Abs. 1 GlBG darf ein Arbeitsplatz nicht „nur für Männer oder nur für Frauen“ ausgeschrieben werden, die Ausschreibung darf auch keine Anmerkungen enthalten, die auf ein Geschlecht schließen lassen. Das Gesetz schreibt keine bestimmte Form vor. Wir setzen den Zusatz „(m/w/d)“ hinter die Berufsbezeichnung. Meta stellt die Zielgruppe ohnehin auf alle Geschlechter, im Text müssen Sie selbst darauf achten. Für Merkmale wie Alter oder Religion verbietet § 23 diskriminierende Ausschreibungen.
Nach § 9 Abs. 2 müssen Sie in der Ausschreibung das geltende kollektivvertragliche Mindestentgelt angeben und auf die Bereitschaft zur Überzahlung hinweisen, wenn eine solche besteht. Laut WKO gilt das für Veröffentlichungen im Internet, in denen ein konkreter Arbeitsplatz ausgeschrieben wird, auch für Teilzeit. Die Angabe muss betragsmäßig sein, mit Zeiteinheit und ohne anteilige Sonderzahlungen. „Lohn ab € … brutto“ mit dem Kollektivvertrags-Mindestentgelt reicht aus. Betriebe ohne Kollektivvertrag geben das Entgelt an, das als Mindestgrundlage für die Verhandlung dient. Auf Antrag ermahnt die Bezirksverwaltungsbehörde beim ersten Verstoß, danach drohen Geldstrafen bis 360 €. Dasselbe gilt für eine Ausschreibung nur für ein Geschlecht.
Nennt Ihre Anzeige eine konkrete Stelle, ist sie nach der WKO-Definition selbst ein Stelleninserat. Ob die Angabe allein auf der verlinkten Bewerbungsseite genügt, beantwortet die WKO-Information nicht. Wir nennen das Entgelt deshalb in der Anzeige und auf der Bewerbungsseite. Das ist unsere Auslegung und keine Rechtsauskunft, bei Zweifeln hilft die WKO.
Häufige Fragen zur Stellenanzeige auf Facebook und Instagram
Was kostet eine Stellenanzeige auf Facebook?
Kann ich eine Stellenanzeige kostenlos auf Facebook posten?
Wie funktioniert Instagram-Recruiting?
Muss ich bei Anzeigen für Lehrstellen die Kategorie wählen?
Quellen
- Meta, „Zielgruppen für Werbekampagnen zu Jobangeboten, Wohnraum oder Finanzprodukten und -dienstleistungen“
- Meta, „Werbung für Jobangebote“
- Meta, „So wählst du eine spezielle Anzeigenkategorie aus“
- Meta, „Das richtige Werbeziel im Meta-Werbeanzeigenmanager auswählen“
- Meta, „Budgets“
- Meta, „Best Practices für Mindestbudgets“
- Meta, „Lernphase beeinträchtigt“
- Meta, „Infos zu Advantage+-Platzierungen“
- Meta, „Business-Portfolio in der Meta Business Suite erstellen“
- Meta, „Poste eine Jobanzeige“
- Gleichbehandlungsgesetz (GlBG), § 9 Abs. 1 und 2, § 10 Abs. 3, § 23, Rechtsinformationssystem des Bundes
- WKO, „Angabe des Mindestentgelts im Stelleninserat“
- Meta, „Einem Meta-Werbekonto eine Zahlungsmethode hinzufügen“
- Meta Business-Hilfe, „Werbung für Teenager schalten“
- Eigene Erfahrung Lumen Media, 29.09.2026
