Kosten der Mitarbeitersuche: Stellenanzeige, Jobbörse, Personalberatung und Social Recruiting im Vergleich
Der Preis auf der Rechnung sagt wenig darüber, was eine besetzte Stelle kostet. Ein Inserat erreicht Menschen, die gerade suchen, ein Personalberater liefert eine Vorauswahl, eine Recruiting-Kampagne spricht auch Fachkräfte an, die nicht suchen. Wir vergleichen die Wege nach Preis, Laufzeit und Leistung und nennen zu jeder Zahl die Quelle. Wie die Mitarbeitergewinnung zum Festpreis bei uns abläuft, steht auf der Leistungsseite.
Kostenlose Wege: AMS eJob-Room, eigene Website und Empfehlung
Der eJob-Room des AMS ist nach Angabe des AMS kostenlos. Sie legen ein Stellenangebot an oder suchen selbst nach Personen, deren Profil passt. Die Empfehlung aus Familie, Freundeskreis und Netzwerk kostet laut WKO nichts, birgt laut WKO aber immer die Gefahr einer Verpflichtung.
Eine Stelle auf der eigenen Website verursacht ebenfalls keine Inseratkosten. Mit strukturierten Daten vom Typ JobPosting kann Google die Stelle in der Jobsuche zeigen, die Funktion ist laut Google-Dokumentation in Österreich verfügbar. Die WKO rät, sich auf die eigene Website allein nicht zu verlassen. Indeed bietet nach eigener Angabe eine kostenlose Stellenanzeige an. Bezahlt wird bei Indeed für gesponserte Anzeigen (Sponsored Jobs), einen Preis dafür nennt die Seite nicht.
Kostenlos heißt ohne Inseratkosten, nicht ohne Aufwand: Bewerbungen lesen und beantworten müssen Sie in jedem Fall. Welche weiteren Wege im Handwerk üblich sind, zeigt der Überblick der Suchwege im Handwerk.
Jobbörsen: Eine Stellenanzeige kostet ab 219 € netto
Auf willhaben Jobs kostet die Selbsteingabe 219 € (Basic, 30 Tage), 279 € (Standard, 30 Tage) oder 429 € (Premium, 60 Tage). Für Neukunden nannte die Seite am Abrufstag 149 € für Standard und 199 € für Premium. StepStone Österreich nennt 649 € für das Starter-Inserat (30 Tage), 849 € für Professional und 1.399 € für Premium (je 60 Tage). Auf karriere.at beginnt das Stelleninserat Standard bei 949 € für 30 Tage, Pro und Boost beginnen bei 1.199 € und 1.599 € für je 60 Tage. Die Lehr- und Praktikumsstelle gibt es ab 229 € für 60 Tage.
Die Beträge gelten ohne Umsatzsteuer: StepStone nennt sie „zzgl. MwSt“, karriere.at weist im Buchungsschritt „exkl. USt.“ aus, willhaben nennt in seinen AGB für gewerbliche Kunden Preise exklusive Umsatzsteuer und sonstiger Abgaben.
Die Unterschiede kommen aus Laufzeit, Vorreihung und Ausstattung: Auf willhaben steigt mit dem Paket die Zahl der Vorreihungen in der Ergebnisliste, bei karriere.at gehört ein Arbeitgeberprofil zu jedem Inserat. Printanzeigen in Regionalzeitungen nennt die WKO teuer, mit großem Streuverlust. Fragen Sie im Angebot nach Format, Zahl der Erscheinungen und danach, ob die Online-Ausgabe dabei ist.
Auf den größten Jobbörsen konkurrieren Sie laut WKO mit vielen anderen Betrieben um begehrte Kandidaten, für stark gesuchte Fachkräfte empfiehlt sie eher spezialisierte Jobbörsen. karriere.at selbst beschreibt das Standard-Inserat als ideal für leicht zu besetzende Stellen und das Pro-Inserat für schwer zu besetzende Positionen.
Personalberatung: ca. 14 bis 25 % des Jahresbruttogehalts
Ein Personalberater übernimmt bei Bedarf den ganzen Rekrutierungsprozess gegen Honorar. Laut WKO zahlen Sie im Durchschnitt ca. 14 % bis 25 % des Jahresbruttogehalts für die Stellenbesetzung, die Inseratkosten sind in den meisten Fällen zusätzlich zu berücksichtigen. Es gibt auch Anbieter mit Fixpreis.
Ein Rechenbeispiel mit einer Annahme, nicht mit einem Marktwert: Bei 40.000 € Jahresbrutto sind 14 % gleich 5.600 € und 25 % gleich 10.000 €. Die Zahl der WKO ist ein Durchschnitt, Ihr Angebot kann abweichen.
Die Beratung lohnt sich nach unserer Einschätzung, wenn eine Stelle dringend ist, Ihnen die Zeit für Vorauswahl und Gespräche fehlt oder eine Führungsposition zu besetzen ist. Klären Sie im Angebot, wann das Honorar fällig wird und was passiert, wenn die Person in der Probezeit geht.
Social Recruiting: Honorar und Werbebudget getrennt
Bei einer Recruiting-Kampagne auf Facebook und Instagram fallen 2 Posten an: das Honorar für Konzept, Anzeigen und Bewerbungsseite und das Werbebudget, das an Meta geht. Öffentliche Preise sind selten. Am 29.09.2026 haben wir 10 Anbieter aus Österreich geprüft, keiner nannte auf der Website einen Preis für ein Recruiting-Paket. 2 Anbieter aus Deutschland nennen Zahlen (Abruf 30.09.2026): 2.490 € netto einmalig als Aktionspreis für 30 Tage, jeder weitere Monat 1.290 € netto, über 3 Monate also 5.070 €; oder 900 bis 1.200 € pro Monat je nach Vertragslaufzeit von 12 bis 3 Monaten, das sind bei 3 Monaten 3.600 €, ohne Angabe zur Umsatzsteuer. Bei beiden kommt das Werbebudget dazu.
Lumen Media verlangt für die Kampagne 1.490 € netto einmalig, für die Kampagne mit Video 2.490 € netto einmalig. Fehlen eigene Fotos aus dem Betrieb, kommt als Zusatzleistung ein Fotoshooting mit Profi-Fotograf für 1.290 € netto einmalig dazu. Das Werbebudget zahlen Sie direkt an Meta, wir empfehlen ab 10 € pro Tag, das sind rund 300 € im Monat. Eine Kampagne läuft meist 2 bis 3 Monate, das Werbebudget beträgt dann mindestens 600 € bei 2 Monaten und 900 € bei 3 Monaten. Kommt in den ersten 6 Wochen keine passende Bewerbung, überarbeiten wir Anzeigen und Bewerbungsseite ohne Aufpreis. Eine Bewerberzahl sagen wir nicht zu.
Was Social Recruiting ist und für wen es passt, erklärt der Ratgeber zu den Grundlagen des Social Recruitings im Handwerk. Was die Schaltung auf Facebook selbst kostet, erklärt der Beitrag über die Kosten einer Facebook-Stellenanzeige.
Versteckte Kosten und ein fairer Vergleich
2 Posten stehen auf keiner Rechnung. Der erste ist Ihre Zeit: Bewerbungen sichten, zurückrufen, Gespräche führen. Die WKO rät, sie bei der Entscheidung für einen Personalberater mitzurechnen, sie fällt aber bei jedem Weg an. Eine belastbare Stundenzahl je Bewerbung haben wir nicht, setzen Sie Ihren eigenen Stundensatz ein. Der zweite Posten ist die Fehlbesetzung. Laut WKO Tirol (Stand 31.07.2025) sind Fehlbesetzungen für Betriebe teuer und senken die Zufriedenheit. Eine Zahl nennt die WKO nicht, deshalb nennen wir keine.
Damit Angebote vergleichbar werden, klären Sie 5 Punkte:
- Netto oder brutto: Rechnen Sie alle Preise auf dieselbe Basis um. Die Preise in diesem Beitrag sind netto, die Umsatzsteuer kommt dazu.
- Laufzeit: 30 Tage Inserat, 2 bis 3 Monate Kampagne oder ein Jahresvertrag sind verschiedene Zeiträume, und eine Verlängerung kann monatlich kosten.
- Leistung: Nur schalten, Vorauswahl übernehmen oder Anzeige samt Bewerbungsseite bauen?
- Zusatzkosten: Werbebudget, Inseratkosten oder Verlängerung.
- Wer beantwortet die Bewerbungen: Bei Inserat und Kampagne Sie selbst, bei der Personalberatung erst nach deren Vorauswahl.
Ein Beispiel zum Durchrechnen, als Annahme gekennzeichnet: eine Facharbeiterstelle mit 40.000 € Jahresbrutto, ein Anlauf je Weg. Die Preise der Jobbörsen und der Kampagne sind netto, das Beraterhonorar ein Prozentsatz des Gehalts. Kostenlose Wege: 0 € Inseratkosten. Inserat auf willhaben Standard: 279 €. Inserat auf StepStone Starter: 649 €. Inserat auf karriere.at Standard: ab 949 €. Kampagne von Lumen Media: 1.490 € plus mindestens 600 bis 900 € Werbebudget, also ab 2.090 € (2 Monate) oder ab 2.390 € (3 Monate). Personalberatung: 5.600 bis 10.000 € plus Inserat.
Unsere Reihenfolge für kleine Betriebe: zuerst die kostenlosen Wege, dann eine Jobbörse, dann eine Kampagne, wenn keine passende Bewerbung kommt. Eine Personalberatung passt bei Zeitmangel oder Führungsstellen.
Häufige Fragen zu den Kosten der Mitarbeitersuche
Was kostet eine Stellenanzeige in Österreich?
Wo kann ich kostenlos Stellenanzeigen schalten?
Wie viel kostet eine Personalvermittlung?
Was kostet Social Recruiting im Vergleich zu einer Jobbörse?
Quellen
- AMS, Personal finden
- WKO, Wie und wo erreiche ich neue Mitarbeiter:innen?
- WKO, Leitfaden Personalsuche & -auswahl
- willhaben Jobs, Jobanzeige aufgeben
- willhaben, Allgemeine Geschäftsbedingungen
- karriere.at, Stelleninserate schalten
- karriere.at, Stelleninserat Standard 30 Tage
- StepStone Österreich, Stellenanzeigen und Preise
- Indeed für Arbeitgeber
- Google Search Central, Strukturierte Daten für Stellenausschreibungen (JobPosting)
- WKO Tirol, Teure Fehlbesetzungen vermeiden
- Eigene Marktprüfung Lumen Media zu Anbietern aus Österreich, 29.09.2026
- Eigene Marktprüfung Lumen Media zu öffentlichen Preisangaben deutscher Anbieter, 30.09.2026
- Lumen Media, Mitarbeitergewinnung
